KI-Info: Bild mit Hilfe von KI bearbeitet oder erstellt

04. Aug. 2026

EU-KI-Act für Website-Betreiber: Was Sie ab sofort bei KI-Content beachten müssen

Der EU-KI-Act trat am 1. August 2026 in Kraft und verlangt von Website-Betreibern die klare Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Betroffen sind Texte, Bilder, Audio- und Videoinhalte, sofern sie öffentlich relevante Informationen enthalten und nicht durch menschliche Kontrolle redaktionell verantwortet werden. Die Transparenzpflicht nach Artikel 50 gilt unabhängig von der Risikoklasse der KI und zielt darauf…

Inhaltsverzeichnis

Seit dem 1. August 2026 benötigt Ihre Website eine klare Kennzeichnung, wenn KI im Spiel ist. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, was der neue EU-KI-Act für Ihre Website bedeutet, wann Sie KI-generierte Inhalte kennzeichnen müssen und wie Sie das rechtssicher umsetzen. So bleiben Sie auf der sicheren Seite und vermeiden teure Abmahnungen.

Warum der EU-KI-Act für Sie als Website-Betreiber relevant ist

Bild KI-generiert mit Mistral AI

Die Europäische Union hat mit dem AI Act ein weltweit beachtetes Regelwerk geschaffen, das ab sofort auch Sie betrifft. Ab dem 1. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte, und das nicht nur für große Tech-Konzerne, sondern für jeden, der KI auf seiner Website einsetzt.

Das Ziel ist klar: Nutzer sollen erkennen können, ob sie es mit menschengemachten oder KI-generierten Inhalten zu tun haben. Das schützt vor Täuschung und fördert das Vertrauen in digitale Inhalte.

Für Sie als Website-Betreiber bedeutet das: Sie müssen KI-Content kennzeichnen, sonst drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent Ihres weltweiten Jahresumsatzes.

Ganz klares ja: Gern berate ich Sie individuell, wie Sie Ihre Website rechtssicher gestalten. Doch lesen Sie zunächst, was Sie selbst tun können.

Grundlagen: Was ist KI-Content und wann gilt er als durch KI erstellt?

Sie wollen KI in Ihrem Unternehmen etablieren?

Gern bin ich Ihnen bei allen Fragen rund um KI-Inhalte, KI-Marketing und rechtlich sicheren Einsatz behilflich. Gemeinsam erstellen wir Ihre KI-Strategie, damit Sie mit Ihrem Unternehmen durchstarten können.

Erstgespräch vereinbaren

Bevor wir starten, klären wir die wichtigsten Begriffe. Denn nicht jeder KI-Einsatz erfordert eine Kennzeichnung.

Was zählt als KI-generierter Content?

Der EU-KI-Act versteht unter KI-generiertem Content Inhalte, die vollständig oder teilweise durch KI-Systeme erstellt oder manipuliert wurden. Dazu gehören:

  • Texte, die von KI geschrieben oder bearbeitet wurden
  • Bilder, die mit Tools wie Midjourney, DALL·E oder Stable Diffusion generiert wurden
  • Audio- und Videoinhalte, die künstlich erzeugt oder verändert wurden
  • Deepfakes, also Inhalte, die bestehende Personen oder Ereignisse nachahmen

So erkennen Sie KI-Inhalte: Entscheidend ist nicht, ob Sie die KI selbst bedient haben, sondern ob der finale Inhalt KI-generierte Anteile enthält.

Die KI-Kategorien des EU-KI-Acts im Überblick

Der EU-KI-Act unterteilt KI-Systeme in verschiedene Risikokategorien. Für Website-Betreiber sind besonders die Transparenzpflichten relevant, die unabhängig von der Risikoklasse gelten.

Risikokategorie Beispiele Transparenzpflichten
Unakzeptables Risiko Soziale Bewertung Verbotene Praktiken
Hochrisiko-KI Medizin, Verkehr, kritische Infrastruktur Strengste Anforderungen
Begrenzte Risiko-KI KI-Content Kennzeichnung Artikel 50: Transparenzpflichten
Geringes/Kein Risiko Spam-Filter, einfache Chatbots Keine speziellen Pflichten

Für Sie als Website-Betreiber besonders wichtig: Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten unabhängig von der Risikoklasse und betreffen vor allem die Kennzeichnung von KI-generiertem Content.

Kennzeichnungspflicht für Texte: Wann, wie und welche Ausnahmen gelten

Wann muss KI-Content im Text gekennzeichnet werden?

Sie als Website-Betreiber müssen KI-generierte oder manipulierte Texte kennzeichnen, wenn diese zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse veröffentlicht werden.

Das bedeutet konkret:

  • Ja, Kennzeichnungspflicht: News-Artikel, politische Analysen, wissenschaftliche Beiträge, Produktbewertungen, die Kaufentscheidungen beeinflussen, Ratgeber zu gesundheitlichen oder finanziellen Themen
  • Nein, keine Pflicht: Reine Unterhaltung, fiktive Geschichten, künstlerische Texte

Achtung: Die Pflicht entfällt nur, wenn der Text einem Prozess der menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurde und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung trägt.

Wie genau muss die Kennzeichnung aussehen?

Die Informationen müssen klar, unterscheidbar und zugänglich sein, und zwar spätestens bei der ersten Interaktion.

So setzen Sie es um:

  • Direkt im Text: [KI-generiert], [Mit KI-Unterstützung erstellt]
  • Im Impressum oder Footer: Hinweis wie Diese Website nutzt KI zur Generierung von Inhalten
  • Bei Blogartikeln: Klare Kennzeichnung am Anfang oder Ende
  • Für Chatbots: Sofortige Identifikation als KI

Wichtig: Versteckte Hinweise in AGB oder Datenschutzerklärungen reichen nicht aus. Die Kennzeichnung muss dort erfolgen, wo der Nutzer den Inhalt sieht.

Kennzeichnungspflicht für Bilder: Unterschiede zu Texten und praktische Umsetzung

Bei Bildern gelten ähnlich strenge Regeln:

  • Deepfakes: Bilder, die bestehende Personen oder Ereignisse nachahmen, müssen immer gekennzeichnet werden
  • Normale KI-Bilder: Kennzeichnungspflicht, wenn die Bilder zur Information der Öffentlichkeit bestimmt sind
  • Künstlerische Bilder: Bei offensichtlich künstlerischen Werken reicht eine diskrete Kennzeichnung

Wie sieht die technische Kennzeichnung bei Bildern aus?

Sichtbare Kennzeichnung:

  • Wasserzeichen: Sichtbares KI-generiert-Wasserzeichen direkt im Bild
  • Bildunterschrift: Expliziter Hinweis wie Bild: KI-generiert mit Midjourney
  • Alt-Text: Kennzeichnung im Alt-Text für Barrierefreiheit

Technische Markierung (maschinell lesbar):

  • Metadaten: EXIF-Daten oder IPTC-Metadaten mit KI-Kennzeichnung
  • C2PA-Standard: Industrie-Standard für digitale Inhaltsauthentizität
  • EU-Icons: Offizielle EU-Icons für KI-Kennzeichnung

So erreichen Sie maximale Transparenz: Die EU empfiehlt eine Kombination aus sichtbarer und technischer Kennzeichnung.

Ausnahmen für Bilder

  • Hintergrundbilder im Webdesign: Reine Designelemente müssen nicht gekennzeichnet werden
  • KI-generierte Thumbnails: Wenn diese nur der Navigation dienen
  • Reine KI-Unterstützung: Wenn KI nur zur Bildoptimierung eingesetzt wird

Ausnahmen im Überblick: Wann Sie keine Kennzeichnung benötigen

Nicht jeder KI-Einsatz löst eine Kennzeichnungspflicht aus. Diese Übersicht zeigt Ihnen, wann Sie auf die Kennzeichnung verzichten können:

Situation Kennzeichnungspflicht? Beispiele
Öffentlich relevante Inhalte ohne menschliche Kontrolle Ja Texte, Bilder, Deepfakes
KI-Unterstützung ohne inhaltliche Veränderung Nein Rechtschreibprüfung, Farbkorrektur
Künstlerische Inhalte Nein Offensichtlich fiktiv, satirisch, kreativ
Interne Nutzung Nein Nicht öffentlich zugänglich
Hintergrundbilder Nein Reine Designelemente
Mit menschlicher Kontrolle Nein Redaktionelle Verantwortung liegt bei Person

Beispiel: So sieht korrekte Kennzeichnung aus

Beispiel für Bilder

Hier ein Beispiel, wie Sie KI-generierte Bilder kennzeichnen können:

  • Sichtbares Wasserzeichen im Bild (z. B. unten rechts: KI-generiert)
  • Bildunterschrift mit Tool-Angabe: Bild: KI-generiert mit Midjourney, redaktionell angepasst
  • Metadaten mit KI-Kennzeichnung: Generator: Midjourney v6, AI-Generated: true

Dies ist ein dekoratives Beispiel zur Veranschaulichung.

Bild KI-generiert mit Mistral AI

Praktische Umsetzung: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Erstellen Sie eine Übersicht aller KI-generierten Inhalte auf Ihrer Website:

  • Blogartikel
  • Produktbeschreibungen
  • Bilder und Grafiken
  • Chatbots oder virtuelle Assistenten
  • Übersetzungen

So behalten Sie den Überblick.

Schritt 2: Bewertung

Prüfen Sie für jeden Inhalt:

  1. Handelt es sich um KI-generierten oder manipulierten Content?
  2. Wird der Inhalt zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse veröffentlicht?
  3. Gibt es eine menschliche Überprüfung mit redaktioneller Verantwortung?

Faustregel: Wenn Sie unsicher sind, kennzeichnen Sie lieber, das ist immer der sicherere Weg.

Schritt 3: Umsetzung der Kennzeichnung

Für Texte:

  • Option 1: Direkte Kennzeichnung im Inhalt
  • Option 2: Fußnote oder Hinweisbox
  • Option 3: Globale Kennzeichnung im Footer

Für Bilder:

  • Option 1: Sichtbares Wasserzeichen
  • Option 2: Bildunterschrift mit Tool-Angabe
  • Option 3: Metadaten plus sichtbarer Hinweis

Schritt 4: Technische Hilfsmittel

  • WordPress: Plugins wie EU AI Label
  • Bilder: C2PA-Tools, Adobe Firefly, Shutterstock
  • Metadaten: ExifTool, XnView MP
  • EU-Icons: Offizielle EU-Icons für KI-Kennzeichnung

Tipp: Testen Sie die Tools zunächst auf einer Staging-Umgebung, bevor Sie sie live einsetzen.

Schritt 5: Dokumentation

Halten Sie fest:

  • Liste aller KI-Inhalte
  • Art der Kennzeichnung
  • Datum der Kennzeichnung
  • Verantwortliche Person

So sind Sie für den Fall einer Prüfung durch Behörden gewappnet.

Porträt von Steve Polifka

Ist Ihre Website Abmahngefährdet?

Gern unterziehe ich Ihre Website einem Audit und wir finden gemeinsam Schwachstellen bei der Rechtssicherheit Ihrer Seite. Im Anschluss sorgen wir dafür, dass Sie Ihre Seite sicher betreiben können, ohne abgemahnt zu werden.

Website-Einschätzung erhalten

Straf- und Risikomanagement: Was passiert bei Verstößen und wie schützen Sie sich?

Was passiert, wenn Sie KI-Content nicht kennzeichnen?

Die Konsequenzen können schwerwiegend sein:

  • Bußgelder: Bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, was höher ist
  • Abmahnungen: Durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzorganisationen
  • Reputationsschäden: Verlust von Nutzervertrauen
  • Rechtliche Unsicherheit: Weitere rechtliche Ansprüche

Wichtig: Die Pflichten gelten für alle Unternehmen, die EU-Nutzer bedienen, unabhängig davon, wo Ihr Unternehmen sitzt.

Wie schützen Sie sich rechtlich?

  1. Proaktive Kennzeichnung: Setzen Sie die Pflichten um, bevor es zu Beschwerden kommt
  2. Dokumentation: Halten Sie fest, welche Inhalte Sie wie gekennzeichnet haben
  3. Regelmäßige Überprüfung: Prüfen Sie Ihre Website regelmäßig auf neue KI-Inhalte
  4. Schulung: Sensibilisieren Sie Ihr Team für die neuen Pflichten
  5. Rechtliche Beratung: Bei Unsicherheiten holen Sie sich anwaltliche Beratung ein

Hinweis: Die Übergangsfrist für bestehende KI-Systeme endet am 2. Dezember 2026. Bis dahin müssen auch bereits bestehende Systeme die technischen Anforderungen (z. B. maschinell lesbare Markierung) erfüllen.

Fazit: Der EU-KI-Act ist machbar mit der richtigen Vorbereitung

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Ab sofort (1. August 2026) gelten die Kennzeichnungspflichten für KI-Content
  • Texte müssen gekennzeichnet werden, wenn sie öffentlich relevante Informationen enthalten, außer bei menschlicher Überprüfung mit redaktioneller Verantwortung
  • Bilder müssen besonders bei Deepfakes oder informativen Inhalten gekennzeichnet werden, sichtbar und/oder technisch
  • Ausnahmen gelten für künstlerische Inhalte, reine KI-Unterstützung und interne Nutzung
  • Bußgelder können bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des Umsatzes betragen

Ihre nächsten Schritte:

  1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Inhalte haben Sie auf Ihrer Website?
  2. Bewertung: Was muss nach dem EU-KI-Act gekennzeichnet werden?
  3. Umsetzung: Kennzeichnung anbringen, sichtbar und technisch
  4. Dokumentation: Festhalten, was Sie wie gekennzeichnet haben

Autor

Porträt von Steve Polifka

Steve Polifka

Seit 9 Jahren widme ich mich der Webentwicklung und habe dabei viele Herausforderungen von Unternehmen begleitet. In diesem Blog gebe ich daher Tipps und Anhaltspunkte für Ihr Unternehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar!

Persönliche Beratung - Nur einen Klick entfernt!

Durch fachkundige Beratung und gezielte Maßnahmen verhelfen wir Ihrem Online-Auftritt zum Erfolg.
Jetzt Termin sichern

Zuverlässiges Webhosting

Mit 9 Jahren Erfahrung bringen wir Ihre Seite ins Netz. Einfache Verwaltung mit Plesk & WP Toolkit inklusive.
Webhosting buchen

Beliebte Artikel

Ladezeiten sind entscheidend, da 53 Prozent der Nutzer eine Website verlassen, wenn sie länger als…
Jetzt lesen
Mit einer mobil optimierten Website erreichen Sie heute über 50 Prozent Ihrer Besucher – in…
Jetzt lesen
Eine gut gesicherte Website ist Ihr digitales Sicherheitsnetz – besonders wenn es um WordPress geht.…
Jetzt lesen
Eine WordPress-Website braucht regelmäßige Wartung, um sicher und einwandfrei zu funktionieren. Updates beheben Sicherheitslücken, optimieren…
Jetzt lesen
Backup-Plugins sind zwar praktisch, aber oft mit proprietären Formaten und Pro-Versionen verbunden. Server-Backups sind meine…
Jetzt lesen